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14.02.2017

Zur Sitzung des Gemeinderates der Gemeinde Altdorf am 14.02.2017, konnte Bürgermeister Kälberer neben den Damen und Herren Gemeinderäten auch interessierte Zuhörerinnen und Zuhörern begrüßen. Das Interesse der Zuhörer/innen galt dem Tagesordnungspunkt „Offene Jugendarbeit – Ergebnisanalyse des Kreisjugendrings“. 

Bekanntgaben

Zunächst ging unter diesem Tagesordnungspunkt Bürgermeister Kälberer auf die Gemeinderatssitzung am 17. Januar 2017 ein, in welcher der Geschäftsordnungsantrag auf Absetzung der Bausache „Neubau einer Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge auf dem Grundstück Rathausstr. 13“ einer Mehrheit im Gremium erhielt und daher nicht aufgerufen worden ist. und wie ebenfalls in diesem Geschäftsordnungsantrag enthalten, dann in der Folge im nichtöffentlichen Teil dieser Sitzung, insgesamt sechs Standorte am Rande der jetzigen Wohnbebauung besprochen, und vom Gremium befürwortet worden sind, die dem Landkreis Esslingen als Alternative zur Errichtung solch einer Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge (vorläufige Erstunterbringung) angeboten werden sollen, sofern dieses Angebot die Landkreisverwaltung annimmt, und die hiervon berührten Grundstückseigentümer diesem auch zustimmen. Dieser, in letzter nichtöffentlicher Sitzung gefasste Beschluss, wurde daher, wie es die Vorgaben der Geschäftsordnung vorsehen, in heutiger Sitzung vorgetragen, und zugleich auch die Standorte mittels Planauszügen dargestellt; im Einzelnen handelt es sich um Grundstücke an der Neckartenzlinger Straße, an der Stuttgarter Straße, an der Neckartailfinger Straße, am Weilerwiesenweg, am Schadwiesenweg und am Robert-Knecht-Weg. Weiterhin wurde über die erledigte Auftragsarbeiten im Bereich der Grundschule sowie über den Stand der Sanierung der Fenster im alten Kindergartengebäude berichtet. 

Offene Jugendarbeit – Ergebnisanalyse des Kreisjugendrings (KJR)

Zu Beginn des Tagesordnungspunktes begrüßte Bürgermeister Kälberer die Mitarbeiter des Kreisjungendrings (KJR) Herrn Hannes König und Frau Evelyn Schmidt recht herzlich und zeigte sich zunächst nochmals dankbar darüber, dass der Einladung zur heutigen Gemeinderatssitzung zahlreiche Vereins- und Kirchenvertreter, und auch interessierte Jugendliche gefolgt sind. Mittels einer kurzen zusammengefassten Darstellung führte der Vorsitzende in dieses Thema ein. Bereits zu Beginn des vergangenen Jahres hat das Gremium dem Kreisjugendring (KJR) mit der Untersuchung der Ist-Situation hinsichtlich einer offenen Jugendarbeit in der Gemeinde Altdorf beauftragt und zugleich gebeten, dem Gremium einen Vorschlag zur zukünftigen Offenen Jugendarbeit in der Gemeinde Altdorf zu unterbreiten. Dieser Auftrag wurde vom KJR angenommen und so wurden zunächst mittels eines ausführlichen Fragebogens die Jugendlichen der Gemeinde Altdorf hierzu befragt. Hieran schloss sich ein Jugendforum, welches ebenfalls sehr gut besucht war, an, und in Folge dessen wurden die hierdurch gewonnenen Kenntnisse im Herbst des vergangenen Jahres auch mit den Kirchen- und den Vereinsvertretern in einer weitere Veranstaltung diskutiert. Auch diese Erkenntnisse flossen schlussendlich in die gutachterliche Stellungnahme ein, die letztendlich vor kurzem den Ratsmitgliedern und den Vereinsvertretern zugegangen ist.  

Herrn Hannes König vom KJR wies zu Beginn seiner Ausführungen zunächst auf die den Ratsmitgliedern zugegangene Handlungsempfehlung für eine zukunftsweisende, nachhaltige Jugendarbeit in der Gemeinde Schlaitdorf, Altenriet und Altdorf hin. Diese 30 Seiten umfassende Ausarbeitung enthält sämtliche, im letzten Jahr gewonnenen Erkenntnisse und selbstverständlich schlussendlich auch die Empfehlung an die Gemeinden hinsichtlich einer zukunftsweisenden, nachhaltigen Jugendarbeit, gerade in Gemeinden im ländlichen Bereich. Mittels einer Power-Point-Präsentation ging Hannes König auf die Onlinerecherchen, die Ortsbegehung, die Befragungen der Jugendlichen, das durchgeführte Jugendforum mit den hieraus resultierenden Arbeitsgruppen, sowie auf das hierauf gefolgte Gespräch mit Vereinsvertretern und den Jugendlichen ein, und erläuterte die hieraus gewonnenen Erkenntnisse. Für die Mitarbeiter des Kreisjugendrings war es auch interessant, die drei Gemeinden zeitgleich zu betrachten, waren doch einige Gemeinsamkeiten, aber auch so manches überraschendes Alleinstellungsmerkmal zu verzeichnen. Natürlich spielt bei den Jugendlichen die Mobilität, Medien und Sport eine sehr große Rolle, aber nach wie vor wünscht man sich einen Ansprechpartner für seine Anliegen und Probleme zu haben, und dies auch außerhalb der bisher üblichen Strukturen. Aus Sicht des Kreisjugendrings wären für alle drei Gemeinden, die Einrichtung einer Personalstelle mit einem 25%igen Beschäftigungsmaß und die Zurverfügungstellung von geeigneten Räumlichkeiten, sowohl für den Stelleninhaber als auch für die Jugendlichen, zielführend. Schwerpunkt des Stelleninhabers wäre, der Aufbau einer interkommunalen Vernetzung, aber auch das Bindeglied der Jugendlichen zu den örtlichen Vereinen zu sein, und zugleich auch Ansprechpartner für die Gemeindeverwaltung. Selbstverständlich wäre auch ein Teil dieser Arbeit die klassische offene Jugendarbeit mit der Ausarbeitung von Angeboten bzw. Begleitung von Vorhaben gewidmet. Sofern die drei Gemeinden beim KVJS (Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg) einen Antrag über ein derzeit ausgeschriebenes Modellvorhaben zur Weiterentwicklung der Jugendhilfe in Baden-Württemberg einreichen, könnten diese Stelle eines „Kümmerers“ mit 60 % bezuschusst werden. Für alle drei Kommunen würden sich dann die Personalausgaben in den nächsten drei Jahren im Rahmen dieses Modellprojektes sehr in Grenzen halten. 

Bürgermeister Kälberer bedankte sich bei Herrn Hannes König und Frau Evelyne Schmidt für die geleistete Arbeit und vor allem für die Ergebnisanalyse, die sehr aufschlussreich ist. Wie bereits im Bericht enthalten, machte auch Bürgermeister Kälberer nochmals deutlich, dass es sich hier um kein Konkurrenzangebot, was die Jugendarbeit in der Gemeinde Altdorf anbelangt, handelt sondern um eine Ergänzung der zukünftigen Jugendarbeit in der Gemeinde Altdorf. Neben neuen Angeboten, die außerhalb der üblichen Strukturen den Jugendlichen angeboten werden sollen, ist diese/r Stelleninhaber/in erster Ansprechpartner/in, auch für die Vereine und die Kirchen im Hinblick auf die Jugendarbeit vor Ort. 

GRätin Martina Dannenberg begrüßte zwar die Schaffung solch einer Stelle, war aber skeptisch, ob es dieser Person gelingen wird, weiteres Ehrenamt für die offene Jugendarbeit zu gewinnen; denn dies wäre eine zwingende Voraussetzung für ein erfolgreiches Angebot. 

GR Manfred Butz wies in seinen Ausführungen auf die bereits in der Gemeinde Altdorf vorhandene, sehr gute Jugendarbeit aller Vereine und der Kirchen sowie der Feuerwehr hin. Seiner Meinung nach wird solch eine Stelle gar nicht benötigt und ist sogar kontraproduktiv, da sich das bisherige Ehrenamt zurückziehen könnte, indem es darauf hinweist, dass ja nunmehr eine professionelle Begleitung vorhanden ist. In seinen weiteren Ausführungen hierzu wies er auch auf die Lebenswirklichkeit hin, die dahingehend besteht, dass die Jugendlichen sich selbst sehr gut beschäftigen können, sei es an eingerichteten Plätzen im Ort oder aber gar auf seiner Hofstelle. 

Den Ausführungen von GR Manfred Butz widersprach Herr König in keinster Weise, wies aber darauf hin, dass er die Gefahr, dass sich das bisherige Ehrenamt zurückziehen könnte nicht sehe, sondern glaubt vielmehr, dass ein positiver Effekt sich hieraus ergibt, nämlich, dass das Ehrenamt, welches hin und wieder heute schon vor schwierigen Situationen steht, sich dann zukünftig an solch einen Kümmerer wenden kann und Unterstützung findet und insoweit ermuntert wird, die nicht immer einfache ehrenamtliche Arbeit weiterhin durchzuführen, da das Ehrenamt wahrnimmt, dass auch die Gemeinde Altdorf, in Persona eines Kümmerers, sich um die Anliegen der Vereine und der Kirche kümmert.  

GR Wenzelburger relativierte zunächst einige der im Gutachten enthaltenen Wünsche und Darstellungen der Jugendlichen, und beleuchtete daraufhin, dass die verbleibenden Vorhaben zum großen Teil problemlos auch aus einer Eigeninitiative herauskommend oder aber durch das Mitwirken der örtlichen Vereine umgesetzt werden kann, und insoweit solch eine Stelle gar nicht geschaffen werden müsste. Die hiermit verbundenen Personalkosten könnten seiner Meinung nach viel sinnvoller eingesetzt werden indem beispielsweise jedes Jahr im Haushaltsplan der Gemeinde Altdorf 5.000 € für Projekte eingestellt werden, welche dann von den örtlichen Vereinen, der Feuerwehr und der Kirche umgesetzt werden; diese Mittel würden dann direkt den Jugendlichen zu Gute kommen.

Nachdem GRätin Michaela Pohl sich ebenfalls für die Schaffung solch einer Stelle ausgesprochen hat und anmerkte, dass sowohl die Verwaltung als auch die der Vertreter des KJR mehrfach deutlich gemacht haben, dass bislang, gemessen an der Größe der Gemeinde Altdorf, eine sehr gute Jugendarbeit im Ort betrieben wird, und es diese in Zukunft professionell zu unterstützen gilt, nahm zunächst das Gremium zustimmend von den Handlungsempfehlungen für eine zukünftige nachhaltige Jugendarbeit für die Gemeinden Schlaitdorf, Altenriet und Altdorf Kenntnis, und beschloss mehrheitlich dem hierin dargelegten Vorschlag, solch eine Kümmererstelle im Rahmen dieses Modellversuches mit einem 25prozentigen Beschäftigungsmaß zu schaffen, aufzugreifen. 

Zum Ende der Aussprache bat Bürgermeister Kälberer den im Rahmen des Jugendforums geäußerten Wunsch der Kinder und Jugendlichen – Sperrung der Neckartailfinger Straße an einem Sonntag in diesem Jahr zur Durchführung eines SkaterEvents – zu entsprechen. Diesem wurde zugestimmt, konkretes muss natürlich noch mit den Jugendlichen besprochen werden. 

Grundschule Altdorf – außenliegender Sonnenschutz für den Foyerbereich

Die Beschattung des süd-westlichen Glasdaches im Foyerbereich der Grundschule Altdorf stand schon lange auf der Wunschliste der Schulleitung, konnte aber bislang aus finanziellen Gründen nicht realisiert werden. In diesem Jahr hat das Gremium einen vorsorglichen Haushaltsausgabeansatz gebildet und insoweit war die Verwaltung in der Lage, Angebote über einen außenliegenden Sonnenschutz einzuholen. Zwei Firmen haben der Gemeindeverwaltung Altdorf auch ein Angebot vorgelegt, welche den Ratsmitgliedern auch zugegangen sind. Nach Aussprache, an welcher unter anderem auch kritisch die Notwendigkeit solch einer Beschattung aus den Reihen der Ratsmitglieder hinterfragt worden ist, herrschte schlussendlich doch bei allen Ratsmitgliedern die Auffassung über die Notwendigkeit solch einer Beschattung vor, und insoweit erhielt die Firma, die das wirtschaftlichste Angebot eingereicht hat, den Auftragszuschlag.  

Grundschule Altdorf – Wunsch nach weiteren Pinnwänden

Bereits Ende des vergangenen Jahres wurde von der Lehrerschaft die Anbringung von weiteren Pinnwänden, so wie sie im Zuge der Generalsanierung an zwei Stellen angebracht worden sind, gewünscht. Daraufhin hat die Verwaltung in Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Krepela, welches die Sanierungsarbeiten federführend durchgeführt hat, Angebote eingeholt, welche aber auf Grund der hiermit verbundenen vorbereitenden Arbeitsvorgänge, erheblichen Kosten aufführten. Bevor solch eine Linoleum behaftete Pinnwand angebracht werden kann, müssen die hierfür vorgesehenen Wände, die zum Teil im Zuge der Sanierung verputzt worden sind bzw. Klinkerwände aufweisen, zuerst bearbeitet werden, was, wie bereits dargestellt, zu nicht unerheblichen Kosten führt. Vom Gremium herrschte nach Aussprache einmütig die Auffassung vor, dass diese Art von Pinnwänden, die sicherlich sehr vorteilhaft für die Nutzer sind auf Grund der erfolgten Sanierung nicht mehr realisiert werden können, da deren Kosten in einem unverhältnismäßigen Maß mit dem Resultat korrespondieren. 

Umrüstung der Straßenbeleuchtung in den Ortsdurchfahrten sowie am Geh- und Radweg zum Sportgelände

Bürgermeister Kälberer informierte das Gremium darüber, dass das Förderprogramm „Investiver Klimaschutzmaßnahmen“ getragen vom Bund, im Sommer diesen Jahres ausläuft; insoweit kann letztmalig im Zeitraum vom 01. Juli bis 30. September 2017 solch ein Förderantrag für die Umrüstung von Straßenbeleuchtung eingereicht werden. Mit Hilfe der EnBW wurden die entsprechenden Berechnungen bei einer möglichen Umrüstung der Straßenbeleuchtung in der Neckartenzlinger-/Kirch-/ und Stuttgarter Straße und entlang des Geh- und Radweges bis hin zum Sportgelände berechnet; dabei wurden nicht nur die Investitionskosten sondern auch die eingesparten Stromkosten durch eine sparsame LED Beleuchtung bewertet, und gleiches galt für den Strombezug und die cO² Einsparungen. Die hierdurch zu erzielenden Einspareffekte, sowohl was den fiskalischen als auch dem Umweltbereich anbelangt sind beachtlich und insoweit beschloss das Gremium nach Beantwortung einiger Fragen, solch einen Förderantrag beim Bund einzureichen und die Umrüstung für das Jahr 2018 vorzusehen.  

Bausachen

Die beiden an diesem Abend zu behandelnden Bauangelegenheiten wurde zugestimmt.

Letzte Änderung: Donnerstag, 16.02.2017   |   Erstellt von TYPO3-Beratung.com, Nürtingen/Altdorf