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11.06.2018 Aus dem Gemeinderat

Zur letzten Sitzung des Gemeinderates der Gemeinde Altdorf am 11. Juni 2018 konnte Bürgermeister Kälberer neben den Damen und Herren Gemeinderäten, Frau Uta Berner vom Kommunalberatungsbüro Berner, Herrn Rainer Metzger vom Planungsbüro Melber & Metzger und Architekt Herrn Werner F. Krepela auch zahlreiche Zuhörerinnen und Zuhörer im Sitzungssaal des Rathauses begrüßen. 

Bekanntgaben

Über die beiden positiven Bescheide betreffend der Fortführung des Landessanierungsprogramm „Ortsmitte I“ mit einer Fördersumme von 300.000 € und über den Zuschussbescheid betreffend dem Neubau einer Kaltlufthalle auf dem Sportgelände „Altdorfer Wasen“ in Höhe von 153.000 € berichtete zunächst die Verwaltung. Des Weiteren wurde in kurzen Zügen über den am 27.07.2018 geplanten Waldrundgang mit Revierförster Ernst, dem Vertreter des Forstamtes Esslingen und den Jagdpächtern sowie die Ratsmitgliedern informiert und die Einladungen ausgehändigt.

Unter diesem Tagesordnungspunkt ging Bürgermeister Kälberer auch auf die Starkregenereignisse der vergangenen Tage ein, die in der Nacht vom 07. auf den 08. Juni auch mehrere Feuerwehreinsätze erforderte. Neben dem Dank an die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr sprach der Vorsitzende auch die Verschiedenartigkeiten der Ursachen der Schadensfälle an und wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die öffentlichen Anlagen niemals so ausgelegt werden können, dass solche Wasser- bzw. Abwassermassen aufgefangen werden können. Selbstverständlich werde man im Gremium bei zukünftigen baulichen Entwicklungen, gerade hierauf ein noch höheres Augenmerk legen müssen, wie in der Vergangenheit bereits geschehen. 

Schlussendlich berichtete der Vorsitzende unter diesem Tagesordnungspunkt über den Verlauf der letzten Gemeindeverwaltungsverbandsitzung Neckartenzlingen am 16.05.2018. 

Mögliches Baugebiet „Greutlach“

Da auch in der Gemeinde Altdorf das Bauland sehr knapp ist und die Kommune erst wieder in den Jahren 2025/30, basierend auf einem fortgeschriebenen Flächennutzungsplan ein mögliches neues Baugebiet entwickeln könnte, wurde die im letzten Jahr in Kraft getretene Novellierung des Baugesetzbuches - § 13 b Ausweisung von zusätzlichem Bauland aufgrund akutem Wohnraummangel - zum Anlass genommen um mit den Eigentümern im Gewann „Greutlach“ ein Gespräch über eine potentielle Erschließung eines kleineren Wohngebietes zu sprechen. Diese Informationsveranstaltung fand bereits im Dezember 2017 statt und von den 32 Grundstückseigentümer/Grundstückseigentümergemeinschaften haben daraufhin 29 ihre Zustimmung zu solch einer etwaigen Erschließung der Gemeindeverwaltung Altdorf signalisiert. Um möglichst ein in sich geschlossenes und homogenes Areal entwickeln zu können ist die Zustimmung aller Grundstückseigentümer wünschenswert und insoweit hat sowohl die Gemeindeverwaltung als auch das Kommunalberatungsbüro Berner zusammen mit dem Planungsbüro Melber & Metzger weitere Gespräche mit diesen drei Eigentümern in den letzten Monaten geführt. 

Über den Verlauf, über den Inhalt und die hiermit verbundenen Fragestellungen berichteten in der Sitzung sowohl Frau Uta Berner vom Kommunalberatungsbüro Berner als auch Herr Rainer Metzger vom Planungsbüro Melber & Metzger. Anhand mehrerer Power Point Folien stellte der Planer das in einem ersten Entwurf konzipierte Baugebiet „Greutlach“ vor, welches in der Mehrzahl eine Bebauung von Einfamilienhäusern, Doppel- und Reihenhäuser vorsieht. Neben der Darstellung der öffentlichen Verkehrswege sprach er auch das heute vorgeschriebene Trennsystem bei der Abwasserableitung an. Auf Grund der Topografie und der Lage des Baugebietes, muss bis zu einer Weiterentwicklung der weiteren zukünftigen Baugebiete in der Gemeinde Altdorf, das dort anfallende häusliche Schmutzwasser mittels eines Pumpwerkes in die öffentlichen Abwassersysteme gepumpt werden. Frau Berner vom Kommunalbüro Berner ging schwerpunktmäßig bei ihrer Power Point Präsentation auf die Gespräche mit den Grundstückseigentümern im Rahmen einer etwaigen Baulandumlegung und Erschließbarmachung ein und erläuterte an einigen bereits realisierten Baugebieten, die auch für die Gemeinde Altdorf vorgesehene Vorgehensweise.

Gemeinderat Manfred Butz knüpfte an die jüngsten Starkregenereignissen an und sah gerade in der geplanten Abwasserkonzeption Defizite; unter anderem empfahl er daher, eine Vergleichsberechnung betreffend einer Abwasserleitung direkt zum Sammler in der Bahnhofstraße zu erstellen. Dies wurde, sofern es zur Erschließbarmachung des Baugebietes „Greutlach“ kommt, von der Verwaltung auch zugesagt. Anhand der unerheblichen Erschließungskosten, resultierend auch aus der Abwassersituation war Gemeinderat Christoph Wenzelburger der Auffassung, dass auch andere denkbare bauliche Entwicklungen unter dem Dach des § 13b BauGB möglich wären, er sprach sich daher für eine Prüfung des Quartiers im Gassenäcker im Bereich der Bahnhofstraße und des Talwiesenweges aus. In der weiteren Aussprache hierzu herrschte im Gremium jedoch die überwiegende Auffassung vor, dass zunächst die noch anstehenden weiteren Gespräche mit den Grundstückseigentümern im Gewann „Greutlach“ zu führen sind und insbesondere dann auch das Ergebnis eines vor kurzem in Auftrag gegebenen Schall- und Immissionsgutachtens abgewartet werden sollten, um schlussendlich dann eine endgültige Entscheidung im Hinblick auf eine mögliche Realisierung des Baugebietes „Greutlach“ zu treffen. 

Bildung von Haushaltsresten 2017

Um die Jahresrechnung 2017 vollends fertigstellen zu können bedurfte es der Feststellung von vier Haushaltsresten mit einer Gesamtsumme 53.790 €. Nach kurzer Aussprache stimmte das Gremium den vorgeschlagenen Haushaltsresten zu. Diese Planansätze werden nunmehr in das Haushaltsjahr 2018 übertragen, um die Gesamtfinanzierung der hiermit verbundenen Maßnahmen sicher zu stellen.  

Änderung der Satzung über die Benutzung der Obdachlosen- und Asylbewerberunterkünfte

Bereits in der Gemeinderatssitzung zu Beginn des Jahres hat das Gremium eine Änderung dieser Satzung aufgrund der gestiegenen Betriebskosten zugestimmt. Im Zuge der Veröffentlichung wurde lediglich auf den § 14 dieser Satzung, nicht jedoch explizit auf den § 14 Absatz 3 hingewiesen. Dies beanstandete die Kommunalaufsicht und insoweit wurde die bereits im Januar dem Gremium vorgelegte Satzungsänderung erneut und inhaltsgleich beschlossen, so dass nunmehr die korrekte Bekanntmachung vorgenommen werden kann. 

Vorläufiger Baustellenstopp im Untergeschoss der Turn- und Festhalle sowie Notabspriesung

Auch der Gemeinde Altdorf wurde bereits im vergangenen Jahr mitgeteilt, dass sie für das Jahr 2018 und in der Folge für das Jahr 2019 weitere Personen im sogenannten Asylanschlussunterbringungsverfahren aufzunehmen hat. Da sowohl die kommunalen Unterkünfte als auch die privat zur Verfügung gestellten Wohnräume nahezu vollständig belegt sind, befasste sich im letzten Jahr der Gemeinderat der Gemeinde Altdorf ausführlich mit der Schaffung von weiteren Plätzen und reichte erfolgreich ein Baugesuch zum Umbau des Untergeschosses der Turn- und Festhalle hinsichtlich der Errichtung von neuen Schlichtwohnplätzen beim Landratsamt Esslingen ein. Mit Beginn dieses Jahres begannen dann auch die ersten Umbauarbeiten. Nach den Pfingstfeiertagen sollte mit den Innenausbauarbeiten im Untergeschoss der Turn- und Festhalle begonnen werden. Mit diesen Arbeiten verbunden war, dass an den Deckenstellen, an welchen die Zwischenwände verankert werden sollten, die dort vorhandenen Holzwolledämmplatten entfernt worden sind. Hierbei hat sich völlig überraschend ein sehr negatives Bild dem Betrachter aufgetan. So musste man feststellen, dass an mehreren Stellen die Eisenbewehrungen, wahrscheinlich schon Jahrzehnte lang nicht mehr vom Beton umschlossen waren und daher vom Rost befallen sind. Der sofort hinzugezogene Tragwerksplaner hat erwartungsgemäß ebenfalls unverzüglich seine Bedenken geäußert und infolge dessen wurde auch der TÜV Süd mit eingeschaltet. Das Ergebnis dieser fachlichen Begutachtung ging vor einigen Tagen der Gemeindeverwaltung Altdorf schriftlich zu. Darin kam der Gutachter zur Auffassung, dass er es für zwingend notwendig hält, den Betrieb in der Gemeindehalle einzustellen, bis entsprechend temporäre Sicherungsmaßnahmen durchgeführt oder erforderliche bautechnische Untersuchungen abgeschlossen worden sind. Noch am selben Tag wurden die Ratsmitglieder, die Vereinsvorsitzenden hierüber informiert und es wurde auch eine eindeutige Beschilderung vor Ort angebracht. 

Selbstverständlich hat die Gemeindeverwaltung Altdorf gemeinsam mit Architekt Werner Krepela und dem Tragwerksplaner unverzüglich eine Lösungsmöglichkeiten ausgearbeitet, welche zu einer Stabilisierung und Sicherung des Hallenbodens führt. Diese Arbeiten (Absprießen des Bodens mittels entsprechender Statikplanung) wurden bereits in den ersten Junitagen durchgeführt, so dass seit einigen Tagen die Gemeindehalle wieder zugänglich gemacht werden konnte. Dass dies jedoch nur eine temporäre Maßnahme ist, führte der in der Sitzung ebenfalls anwesende Architekt Werner F. Krepela auch anhand einiger Fotos, die die Schäden sehr deutlich sichtbar machen, aus. Daher wird in einer weiteren Begutachtung der TÜV Süd die schadhafte Bewehrung detailliert bewerten, und sofern die Schäden zu beheben sind, die hiermit verbundenen Aufwendungen auch beziffern. Sobald diese Erkenntnisse vorliegen kann dann das Gremium über den weiteren Fortgang in dieser Angelegenheit wieder beraten. Bis auf weiteres, so die Ausführungen des Architekten und der Gemeindeverwaltung sind natürlich die weiteren Um- und Ausbaumaßnahmen im Untergeschoss der Gemeindehalle zur Schaffung von neuen Schlichtwohnräumplätzen eingestellt worden. 

An diesem Abend konnten auch schon erste Erkenntnisse betreffend dem TÜV-Gutachten dargelegt werden. So machte eine erste Bewertung doch deutlich, dass die Schäden nicht marginal sind und insoweit die Gemeinde mit erheblichen Aufwendungen, was die Schadensbehebung anbelangt, rechnen muss. In der weiteren Diskussion, an welcher sich zahlreiche Ratsmitglieder beteiligten, wurde deutlich herausgearbeitet, dass dieser eklatante Baumangel durchaus auch an anderen Stellen wie beispielsweise in der Fundamentierung oder bei den Stützen vorhanden sein könnte und insoweit wurde vereinbart, dass der Untersuchungsauftrag des TÜV, welcher sich gegenwärtig nur auf die Decke der Gemeindehalle beschränkt, zu erweitern ist. Nur mit einem voll umfänglichen Gutachten könne man den gesamten Sanierungsaufwand bemessen und insoweit auch die hiermit verbundenen Kosten abschätzen. 

Neubau einer Kaltlufthalle auf dem Sportgelände „Altdorfer Wasen“

Gemeinderat Christoph Wenzelburger stellte zu Beginn dieses Tagesordnungspunktes den Geschäftsordnungsantrag auf Absetzung des Tagesordnungspunktes und begründete diesen Antrag damit, dass zunächst das umfängliche Gutachten des TÜV Süd über eine mögliche Sanierung der Gemeindehalle abgewartet werden soll bevor weitere Schritte in Richtung der Erstellung einer Kaltlufthalle eingeleitet werden sollen, da zu befürchten ist, dass die Gemeindehalle gar nicht mehr mit einem vertretbaren Kostenaufwand zu sanieren ist und man sich insoweit dann ohnehin über eine Turn- und Sporthalle unterhalten müsse. Sowohl Bürgermeister Kälberer als auch die überwiegende Mehrzahl des Gemeinderates sah dies jedoch anders. So ist die Kaltlufthalle auf Grund ihrer Größe und der recht kostengünstigen Bauweise auf jeden Fall eine echte Ergänzung zu dem derzeit vorhandenen kommunalen Sportstättenangebot. Selbst wenn die derzeitige Gemeindehalle nicht zu sanieren ist und an dieser oder an anderer Stelle ein Neubau zu errichten wäre, ist die Gemeinde Altdorf finanziell nicht in der Lage auch nur annähernd solche Größendimensionen, wie sie eine Kaltlufthalle ermöglicht, herzustellen. Auch der Zeitfaktor, welcher bei einem denkbaren Neubau einer kleineren Sporthalle an der Schule bedingt durch die Änderung des Regionalplans (regionaler Grünzug), des Flächennutzungsplans und schlussendlich der Aufstellung eins Bebauungsplans in einem ökologisch sensiblen Gebiet, erheblich ist, wurde hierbei angesprochen. Aufgrund dessen wurde mit großer Mehrheit dieser Geschäftsordnungsantrag abgelehnt und insoweit teilte Bürgermeister Kälberer mit, dass die erfreuliche Nachricht betreffend dem gewährten Zuschuss aus dem Sportförderprogramm bereits Mitte Mai 2018 bei der Gemeindeverwaltung Altdorf eingegangen ist, und insoweit ist in diesem Jahr die erneute Antragstellung, was die Bezuschussung einer Kaltlufthalle auf dem Sportgelände „Altdorfer Wasen“ anbelangte, erfolgreich gewesen. Parallel zu diesem Zuschuss erwartet im August dieses Jahres die Gemeindeverwaltung auch noch eine positive Rückmeldung betreffend dem ebenfalls eingereichten Ausgleichstockantrages. Insoweit können nun die erforderlichen weiteren Planungs- und Ausschreibungsschritte eingeleitet bzw. erledigt werden.  

Architekt Werner Krepela trug in Abstimmung mit dem ebenfalls beauftragten Ing.Büro Werner Walter das weitere Prozedere, welches eine Ausschreibung verschiedener Gewerke in den nächsten Monaten vorsieht, vor. Bei gewöhnlichem Verlauf und der Abgabe von auskömmlichen Angeboten wäre es durchaus denkbar, dass mit ersten Tief- und Planungsarbeiten noch Ende des Jahres begonnen werden wird; der Hallenneubau und die daraufhin folgende Außengestaltung kann jedoch frühestens im Frühjahr 2019 erfolgen. 

Nach Beantwortung mehrerer Fragen stimmte das Gremium einstimmig der Begleitung dieses Vorhabens durch das Architekturbüro Werner Krepela, das Ing. Büro Werner Walter und das Garten- und Landschaftsbüro Monika Unseld-Eisele zu. 

Letzte Änderung: Dienstag, 12.06.2018   |   Erstellt von TYPO3-Beratung.com, Nürtingen/Altdorf