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Gemeinde Altdorf im Landkreis Esslingen

Waldbegang

Am Samstag, den 28. April 2012 trafen sich zahlreiche Ratsmitglieder, Herr Tomm vom Landratsamt Esslingen, Revierförster Herr Ernst, Jagdpächter Herr Bader und interessierte Bürger pünktlich um 9.00 Uhr am Wassertretbecken an der Raidwanger Straße und wurden von Bürgermeister Kälberer recht herzlich begrüßt. Die Gemeinde Altdorf steht in diesem Jahr wieder vor der Verabschiedung des 10jährigen Waldbetriebsplans, welcher vom Gremium im Herbst diesen Jahres zu beschließen sein wird. Um sich jedoch vorab ein Bild über den Zustand, die Ziele und die möglichen Nutzungsarten des Gemeindewaldes zu machen, soll der heutige Waldrundgang beitragen.  

Die erste Station war das in der Nähe des Tretbeckens befindliche Schlegelhölzle. In ausführlicher Form schilderte Herr Tomm von der Forstverwaltung die verschiedenen, vom Wald zu erfüllenden Aufgabenfunktionen. In Altdorf stand und steht auch in den nächsten 10 Jahren die Nutz- und Schutzfunktion des Waldes an oberster Stelle. So ist auch im kommenden Planwerk vorgesehen, an einer jährlichen Holzeinschlagmenge von rund 260 fm festzuhalten. Zwar wurde schon in den letzten Jahren auf eine nachhaltige Bewirtschaftung Wert gelegt und verschiedene, für den Wald wichtige Schutzmaßnahmen wurden auch ergriffen, was letztendlich auch zu einer Zertifizierung (PEFC) des Gemeindewaldes führte. Neu sind aber nunmehr die dem Bundesnaturschutzgesetz entspringenden Vorgaben, wie beispielsweise, die Biodiversität und die Artenvielfalt, zu beachten. Anhand eines von Revierförster Ernst angezeichneten Areals von rund 10 Ar wurden diese Ziele verdeutlicht. So müssen die Waldbesitzer zukünftig entweder ein größer zusammenhängendes Waldrefugium von mindestens 1 ha als Schutzzone ausweisen oder mehrere kleine Habitatsbaumgruppen. In der Gemeinde Altdorf hat man sich für die kleineren Habitatsbaumgruppen von rund 10 ar, in welchen etwa 15 Bäume sich selbst überlassen bleiben, entschieden. Durch die dort entstehenden Totholzareale wird der Lebensraum für die hierauf angewiesenen Lebensarten nachhaltig gesichert. Mehrere dieser Habitatsbaumgruppen sollen in den nächsten Jahren sukzessive ausgewiesen und der Bewirtschaftungsfläche entzogen werden. 

Die nächste Station war der Kelterwald. Der dortige Wald unterscheidet sich in starkem Maße von den anderen gemeindlichen Waldflächen durch deutlich schlechtere Böden; dies konnten die Teilnehmer unschwer auch an dem Baumbestand erkennen. Insoweit war es nur folgerichtig, dass auch im Kelterwald in naher Zukunft eine kleinere Teilfläche von der Nutzung frei gehalten werden wird.  

Zur letzten Station traf sich die Gruppe im Pfaffenwald ein. Der dortige Begang machte deutlich, dass es sich hier um ein hochwertiges Waldstück mit zahlreichen Z-Bäumen handelt. Auch in Zukunft bildet der Pfaffenwald einen Schwerpunkt des Holzeinschlages. Insgesamt sollen in den nächsten 10 Jahren in diesem Teilstück rund 284 fm eingeschlagen werden. 

Abschließend wurde auch seitens der Forstverwaltung festgestellt, dass sich der Waldbestand in der Gemeinde Altdorf sich sehr gut entwickelt hat. So ist ein vitaler Mischwald mit über 8 Baumarten vorzufinden, zudem sind auch einige Nadelholzbestände vorhanden. Auch der Erholungsfunktion für die Bevölkerung wird im Gemeindewald Altdorf durch einige weit über den notwendigen Standart hinausgehenden Waldwege Rechnung getragen; dies soll sich in Zukunft trotz finanziell schwieriger Lage nicht ändern.  

Bürgermeister Kälberer bedankte sich schlussendlich bei den Teilnehmern des Waldrundganges und insbesondere natürlich bei den Herren Tomm und Ernst von der Forstverwaltung für ihren ausführlichen und informativen Erläuterungen. Die am heutigen Vormittag gewonnenen Erkenntnisse werden nunmehr in den weiteren Entwurf einfließen, so dass das Gremium sicherlich in der Lage sein wird, im Herbst diesen Jahres die Forsteinrichtung für die nächsten 10 Jahre zu beschließen.

 

Letzte Änderung: Freitag, 04.05.2012   |   Erstellt von TYPO3-Beratung.com, Nürtingen/Altdorf